In 64 Tagen

Jonas Timms NARCIS

Jonas Timm - Piano Tino Derado - Accordion Diego Piñera - Drums Lorenz Heigenhuber - Bass Bertram Burkert - Guitar Robby Geerken - Percussion Johannes Lauer- Trombone

Der Leipziger Pianist und Komponist Jonas Timm und seine siebenköpfige Band packen den Hörer nicht nur bei all seinen Sinnen, sondern holen ihn auch in der Vielfalt seiner Emotionen ab. Was vielleicht wie ein akustischer Film Noir beginnt, gewinnt im Verlauf des Albums an Heiterkeit, um immer weitere Gefühlszustände zu durchlaufen, ohne dabei jemals vorhersehbar zu werden. Vieles erinnert an lateinamerikanische Tänze, französische Chansons, Soundtracks alter Filme und manchmal auch an Jazz. Doch wo immer Timm mit seiner Band hingeht, seine Handschrift als Komponist und Bandleader bleibt immer erhalten. Wie ein Regisseur setzt er seine Charaktere in Szene, um von jedem ein Maximum an Expressivität und gruppendynamischer Individualität zurückzubekommen. Doch ebenso souverän wie mit den Stimmen seiner Compagnons spielt er mit den Erwartungen und der Erinnerung seiner Hörerschaft.

Jonas Timm vermeidet es bewusst, sich auf ein bestimmtes Idiom oder eine durchgehende Stimmung festzulegen. Es entspricht seiner persönlichen Veranlagung, dass Stimmungen und Emotionen sehr sprunghaft nach links und rechts, oben und unten ausschlagen können. Da ihm nichts in seiner Musik wichtiger ist als Aufrichtigkeit, sieht er keinen Grund, dieser Vielfalt seiner Gefühle Tür und Tor zu verschließen. Wenn mir eine derartige Palette an Farbtönen zur Verfügung steht, warum sollte ich sie nicht ausnutzen, bekennt er freimütig. Zumal wir zu siebt sind. Daraus ergibt sich so viel Potential für winzige Nuancen, aber auch größere Sprünge. Wenn ich schon so eine große Band habe, dann will ich auch alles aus ihr rausholen, was in ihr drinsteckt.

Die Musik auf Narcis ist von berührender Lebendigkeit, nicht weil die Musik nie zur Ruhe kommen würde, sondern weil sie voll aus dem Leben mit all seinen Facetten schöpft. Das Individuelle und das Kollektive, das voll Ausformulierte und das zaghaft Angedeutete, demütige Zurückhaltung und grenzenloser Überschwang all diese Kontrastpaare, die Jonas Timm in seiner Musik hörbar macht, zeugen von einer sensiblen Beobachtungsgabe und schonungslosen Selbstreflexion. Indem er offen erzählt, was ihn bewegt, geht der Leipziger Tastenpoet voll ins Risiko und legt große Berührungsflächen frei.

Wenn ein Künstler mit beiden Händen auf das Leben zugreift, ohne etwas auszulassen, dann ist der höchste vorstellbare Grad an künstlerischer Freiheit erreicht. Jonas Timm, das zeigt sein neues Album eindrucksvoll, ist ein solcher Jazz-Lebenskünstler und Lebensjazz-Künstler.

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