Das Herz  der Königin

Das Lübecker Rathaus ist ein Schmuckstück der Hansezeit

UNESCO Welterbe mit Rathaus

Lübeck war einst die „Königin der Hanse“ und der Lübecker Bürgermeister lenkte als ihr Vormann die Geschicke des mittelalterlichen Hansebundes. Die Schaltzentrale der Macht war das Rathaus, das heute zum UNESCO Welterbe Hansestadt Lübeck gehört. Es liegt mitten im Herzen der Altstadt und zählt zu den bekanntesten Bauwerken der Backsteingotik. Es gleicht mit seiner beeindruckenden Fassade einem mittelalterlichen Märchenschloss. Formgebend für die Gestalt des Gebäudes waren drei Jahrhunderte: seit 1226 kamen immer wieder Bauteile hinzu, es erfolgten Umbauten und Erweiterungen wie der Anbau der Laube aus Sandstein, die Erhöhung der Schauwand mit ihren markanten Windlöchern sowie des Erkers und der imposanten Prunktreppenanlage. Der Hansesaal, in dem einst die Hansetage abgehalten wurden, und das Danzelhus, in dem ausgiebig gefeiert und getanzt wurde, sind im Laufe der Jahrhunderte verschwunden. Vieles ist jedoch noch erhalten und eine Rathausführung offenbart dir die ganze Schönheit des historischen Schmuckstücks. Noch heute erfüllt das Rathaus im Alter von fast 800 Jahren seine Aufgabe als Verwaltungssitz und Tagungsort der Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck. Gäste sind willkommen! Das Restaurant Ratskeller in den Kellergewölben des Rathauses ist eines der ältesten in Norddeutschland und diente damals wie heute als geselliger Treffpunkt der Stadt. Tipp: Im Rathaus kannst du Ja sagen und heiraten!

Tugend ist (meistens) weiblich

Der prachtvolle Audienzsaal des Rathauses erstrahlt im roten Plüsch des Rokoko. Die Umgestaltung erfolgte 1755. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts diente er als Sitzungssaal des Rates. Die Wände zieren zehn Gemälde des italienischen Künstlers Stefano Torelli, die allesamt die Tugenden einer guten Regierung verkörpern. Dazu gehören Wachsamkeit, Fleiß, Einigkeit, Klugheit, Freiheit, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Vorsicht, Mäßigung und Verschwiegenheit. Alle Tugenden werden von Frauen dargestellt, allein die Tugend der Verschwiegenheit wird von einem Mann dagestellt. Wie sollen wir das verstehen? Ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch?

Kopf hoch!

Das Portal des Audienzsaals ist Teil der ehemaligen Renaissance-Ausstattung von 1573. Die Motive deuten auf die Nutzung des Saals als Gerichtssaal hin. In der Mitte befindet sich die Darstellung des Salomonischen Urteils, darüber der Spruch in niederdeutsche Sprache "Beide Parteien soll ein Richter hören und dann urteilen." Die Tür weist übrigens eine Besonderheit auf: die Türflügel haben eine unterschiedliche Höhe. Freigesprochene Angeklagte durften den Saal mit dem Hut auf dem Kopf hocherhobenen Hauptes durch den rechten Türflügel verlassen. Verurteilte Angeklagte hingegen mussten den Hut abgenehmen und durch die niedrige Tür gehen. So erkannten die draußen wartenden Bürger gleich, welches Urteil gesprochen worden war. Die Schwelle der niedrigeren Türseite ist übrigens viel stärker abgetreten. Was mag uns das sagen?

Einmal Bürgermeister, immer Bürgermeister

Lübeck verfügt über eine lange Ahnengalerie von insgesamt 229 Bürgermeistern seit 1201. 65 von ihnen wurden portraitiert und sind bis heute als Ölgemälde in den langen Fluren des Rathauses zu bewundern. Sie sind in einem besonderen Stil gefertigt - ganz gleich aus welchem Blickwinkel du die Gemälde betrachtest, die Herren folgen dir mit ihren Blicken.  Bis zu vier Bürgermeister waren im Mittelalter zeitgleich im Amt, meist erfahrene Fernhandelskaufleute, die die Geschicke der Handelsmetropole lenkten. Im Gegensatz zu heute wurde ein Bürgermeister damals vom Rat der Stadt aus seiner eigenen Mitte gewählt. Übrigens war man damals Bürgermeister auf Lebenszeit, lebte aber auch gefährlich, denn Bürgermeister begleiteten ihre Flotten häufig in den Krieg …

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