Brodtener Ufer

©Thomas Radbruch©Theresa Muus©Bernd Schmidt

Eine echte Augenweide ist das Brodtener Steilufer an der Lübecker Bucht. Umgefallene Bäume, steile Hänge und frische Ostseebrisen laden zu herrlichen Spaziergängen ein.

Vom Eldorado der Strandpiraten zum Rückzugsort der Uferschwalben – das Brodtener Steilufer mit seinen zum Teil bizarr geformten Abhängen ist eine wunderschöne Umgebung für ausgedehnte Spaziergänge.

Im Mittelalter trieben Strandpiraten ihr Unwesen, zündeten Leuchtfeuer an, um Schiffe auf die vorgelagerten Sandbänke zu locken und auszuplündern. Doch diese düsteren Zeiten sind lange vorbei – im 19. Jahrhundert „entdeckten“ immer mehr Sommergäste des aufstrebenden Kurbades Travemünde die Hermannshöhe mit dem Seetempel als idealen Ausflugsort.

4 km zieht sich das gefurchte, mitunter turmhohe Kliff des Brodtener Steilufers. Die gesamte Landschaft wird Brodtener Winkel genannt. Sie steht komplett unter Landschaftsschutz.
Die Ostsee schuf im Laufe der Jahrhunderte die Steilküste – und noch heute „knabbern“ Meer und Wind am Brodtener Steilufer, bis zu einen Meter pro Jahr nimmt sich die See und spült sie ein paar 100 m weiter am Strand von Travemünde oder Priwall wieder an.

Wo das Meer ungehindert zupackt, entsteht ein Steilhang, „aktives Kliff“ genannt. Es ist direkt den Angriffen der Wellen ausgesetzt und dient den seltenen Uferschwalben als Brutplatz; hier nisten sie in Höhlen innerhalb der Wand.

In Richtung Niendorf wird der südliche Teil des Abhangs zum „passiven Kliff“ – die Erosion ist dort weitgehend beendet, die ehemalige Abbruchkante wurde von dichter Vegetation „zurückerobert“.

Tipp: Geologischer Spaziergang am Brodtener Ufer
Steine entstehen, Steine vergehen. Hier, wo an einem der aktivsten Kliffs Deutschlands ständig neue Steine an die Oberfläche kommen, die seit Jahrtausenden hier verborgen lagen und zum Teil Milliarden Jahre alt sind, führt die Dipl. Geologin Kerstin Pfeiffer Sie ein in die Welt der Geologie. Während des zweistündigen Spaziergangs erfahren Sie viel über die Steine, die aus Skandinavien zu uns gekommen sind und lernen die Gesteinsfamilien zu unterscheiden und warum Sie im Flint so Zerbrechliches wie Seeigelschalen finden können.

Weitere Informationen zu aktuellen Terminen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender und auf www.geopark-nordisches-steinreich.de (Auch Anfragen möglich).