Seebadmuseum

Es war einmal an der Ostsee…von der wehrhaften Festung zur unbeschwerten Sommerfrische – Chronik einer bewegten Geschichte.

„Lübecks schönste Tochter“ lautet Travemündes liebevoller Kosename – doch die „Lütte“ galt schon früh als eine unentbehrliche Stütze:

Ohne sie hätte die Königin der Hanse sich die Krone wohl niemals aufsetzen können. Die reiche Handelsstadt war abhängig von einem freien Zugang zum Meer und die Lübschen Ratsherren waren sich dessen wohl bewusst:

Schon im Jahre 1329 kauften sie das Fischerdorf mit kaum zwei Dutzend Häusern und etwa 250 Einwohnern am nördlichen Ufer der Trave für 1.060 Markpfennige. Auf dem Priwall wehte die rot-weiße Fahne schon viel früher – Lübeck hatte sich bereits 1226 gegen die Mecklenburger durchgesetzt, und auch die Dänen wurden nach langen Auseinandersetzungen aus der Hafeneinfahrt vertrieben.

Gegründet hat Travemünde bereits 1187 Graf Adolf III. von Holstein (genannt „der Holsteiner“) – er errichtete zunächst eine kleine Burg in dessen Schutz sich später Handwerker und Fischer ansiedelten, eine Kirche ist im Jahr 1235 erstmals bezeugt.

Die St. Lorenz-Kirche verdankt ihre spätere Erbauung einem Unglück: Wieder einmal wurde 1522 eine Flotte gegen das dänische Königreich ausgerüstet, hierzu produzierte die Travemünder Brauerei Unmengen an Bier als Schiffsvorrat. Doch das Feuer unter den Sudpfannen geriet außer Kontrolle, die gesamte Siedlung wurde in Schutt und Asche gelegt. Kein Wunder also, dass die Travemünder 1557 ihre neue Kirche dem Heiligen Laurentius weihten, Schutzpatron gegen Feuersbrünste. Doch ob nun übereifrige Braumeister oder feindliche Soldaten Unheil anrichteten – Travemünde wurde nie verloren gegeben, sondern schnellstens wieder aufgebaut; zu wichtig war der Außenposten Lübecks.

Und immer wieder musste dieser Zugang zum Meer erkämpft werden. So entstand im Laufe der Jahrhunderte eine mächtige Seefestung mit Bastionen, Geschützen und einem Blockhaus, in dem eine ständige Besatzung Wache hielt.

Erst im 19. Jahrhundert wich das Bollwerk einer friedlicheren Nutzung – mit der Entdeckung „heilender Kräfte“.

Durch das Baden im Meer hielt der Tourismus Einzug im beschaulichen Fischerort. Gebadet wurde – neugierigen Blicken verborgen und darüber hinaus in Badekostümen, die den ganzen Körper bedeckten – von hölzernen Badekarren aus, die Bedienstete ins Meer schoben. Manche dieser Vehikel blieben auch den Sommer über fest im Wasser verankert, und Badetouristen gelangten – streng nach Warteliste – per Kutsche hinüber. Da die Nachfrage weit höher war als die Zahl der Badestellen, mussten die Menschen mitunter stundenlang am Strand in der Sonne ausharren, bis ein Karren frei war.

Als 1879 die Seebadeanstalt gebaut wurde, war das vorbei. Und zur Jahrhundertwende entstand der Urtyp eines Wellnessbereichs: Im Warmbadehaus konnte man geschützt vor neugierigen Blicken in so genannten „Badezellen“ das aufgewärmte Seewasser genießen– und sich nebenan sogar massieren lassen.

Gesellschaftshaus, Torstraße 1, 23570 Travemünde
Öffnungszeiten: März – Dezember, täglich: 11.00 – 17.00 Uhr (montags geschlossen). Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.heimatverein-travemuende.de

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